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Klösterle: Schloss

Schloß Klösterle

an der Eger

Aus dem Heimatbuch"Kaaden- Duppau" von Viktor Karell,

und auszugsweise aus einem Bericht von Radio Prag

Zu den berühmten Ausflugszielen im Nordwesten Böhmens gehört die Stadt Klösterle an der Eger, die vor allem durch die zweitälteste Porzellanmanufaktur Böhmens berühmt geworden ist. Im Schloß von Klösterle wird ein Teil der Thun´schen Porzellansammlung aufbewahrt.

Auf einem steilen Felsen am linken Ufer der Eger, die es in weitem Bogen umspült, erbaut, grüßt Schloß Klösterle aus einem weiten Park mit seinem zinnengekrönten Turm. Der Bau stammt aus einer Zeit, als die Schloßherren aus ihren Burgen der Berge ins Tal hinabstiegen, weil sie es da bequemer hatten zu wohnen.

Der Schloßturm trägt denn auch das Wappen der Herren von Vitzthum, die hier einst gebietend hausten, mit der Jahreszahl 1590, dem Jahre der Erbauung. Schloß Klösterle hatte die mannigfltigsten Schicksale durchzumachen, so daß von der ursprünglichen Anlage des Schlosses nur wenig noch zu sehen ist. Den ersten prächtigen Renaissancebau zerstörten die Schweden 1639. Aus den Trümmern schuf der italienische Baumeister Rossi de Lucca ein neues Schloß. Weitere zwei Male in den Jahren 1784 und 1856 wurde das Schloß ein Raub der Flammen. Erst der Architekt Wenzl Hargauer gab dem alten Herrensitz seine heutige Gestalt. Der Bau gehörte damals dem Grafen Josef Oswald von Thun.

Die Geschichte des Schlosses Klösterle ist eng verbunden mit der von Pürstein und der Schönburg. Wolf Dietrich von Vitzthum baute sich hier unten an der Eger 1514 erst mal ein festes Haus, das seine Söhne Leo und Apel zu einer Feste ausbauten. Unter den Söhnen Leo´s kamen noch zahlreiche Güter dazu. Er erwarb die Burg Himmelstein samt den dazugehörigen Dörfern, die Dörfer Okenau, Horn, Tunkau, Töltsch, Tschirnitz und die Herrschaft Schönburg. Nach der Schlacht am Weißen Berge mußte Christoph von Vitzthum das land verlassen. Die königliche Kammer trat das Erbe an, und ein neues Herrengeschlecht- die Thun- sollte seinen Einzug in das Schloß Klösterle halten.

Am 2. Juni 1623 erwarb Christoph Simon Freiherr von Thun Schloß und Städtchen Klösterle, die Neuschönburg, die Felixburg und die Burg Egerberg. Er vereinigte alle diese Güter zur "Herrschaft Klösterle". 1629 gewann er den Grafenstand. Sein Nachfolger- Neffe Johann Sigismund hatte die Güter von 1634- 1646 inne. Unter ihn litt Klösterle die Grausamkeiten des Dreißigjährigen Krieges. Seinen acht Söhnen hinterließ er ein reiches Erbe, das unter ihnen aufgeteilt wurde. Michael Oswald, ein Sohn Sigismund´s, schuf das Thun´sche Majorat. Er hatte die Herrschaft für seine Nachkommen gesichert. So wurde unter ihn eine würdige Familienresidenz geschaffen.Er berief den Baumeister Rossi de Lucca und ließ durch ihn das Schloß und den Park neu herstellen. Auch die Pfarrkirche mit gräflicher Gruft wurden von diesem Baumeister erbaut.

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Blumenvase

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Salla Terrena

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Klösterlisches Schloss

Nach Graf Michael   kam der Besitz an seinen Bruder Maximilian von Thun auf Tetschen. Sein Sohn Johann Franz übernahm übernahm 1717 den gesamten Familienbesitz und hinterließ ihn seinem einzigen Sohn Johann Josef. Nach ihm kam der Besitz an dessen ältesten Sohn Graf Franz Josef. Er machte sich um die Stadt durch Verpachtung von 10 Meierhöfen und die Errichtung mehrerer Fabriken verdient. Beim furchtbaren Brandunglück am 25.Juni 1784 stand er seiner Stadt hilfreich zur Seite.

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Links Rathausturm, Vorn Salla Terrena, dahinter Kirche zur Hl. Dreifaltigkeit

 

Nach seinem Tode im Jahre 1800 und dem seines Sohnes  Josef Johann unterstanden die Güter der Administration des Grafen Franz von Sternberg ehe Josefs 16 jähriger Sohn Josef Matthias des Vaters Erbe antrat. Er erwarb sich durch die hervorragende Bewirtschaftung seines Besitzes und im öffentlichen Leben die weiteste Anerkennung. Schon zu seinen Lebzeiten hatte er neben drei weiteren Herrschaften Klösterle senem Sohn Oswald von Thun übergeben.Nach seinem Rechtsstudium kam er noch sehr jung als österreichischer Gesandtschaftsattaché an den persischen Hof und kehrte 1875 in seine Heimat zurück.
Im Jahre 1878 vermählte er sich mit Christiane, geborene Waldstein. 1895 wurde er von Kaiser Franz Josef mit der Geheimratswürde und dem Titel "Excellenz" ausgezeichnet. 1898 wurde vom Kaiser zum Ritter vom Goldenen Vlies ernannt. Am 31. Oktober 1913 verstarb starb er in Wien.
Drei Söhne sollten ihn beerben: Oswald, Adolf, und Paul. Der letzte Besitzer von Schloß Klösterle war 1942 - 1945 Graf Matthias Thun, ein Sohn Graf Adolf´s. Beiden traf das Schicksal der Vertreibung.
Im Schloß Klösterle ist heute ein Porzellanmuseum eingerichtet.

Diesem Museum ist eine eigene Datei gewidmet.

Porzellanmuseum im Schloß zu Klösterle

Graf Thun´sche Porzellanfabrik