Gebäude der Handschuhmacherzunft in Kaaden |
Die Handschuhmacher in Kaaden von Vanessa Hünkemeier |
Die Handschuherzeugung war in alter Zeit kein eigenes Gewerbe. Handschuhe aus Leder erzeugten früher die Beutler, die ihren Namen erhielten, weil sie Beutel aus Leder machten. Es gab schon 1764 die Zunft der Beutler-, Handschuh- und Wätschgermeister, die Lederhosen, Degen- und Hirschfänger-Kuppeln, Säbeltaschen, Beutel, Ranzen und Handschuhe herstellte. Die Erzeugung feiner Handschuhe wurde erst von ungefähr 1800 an betrieben und nur noch wenige Meister stellten noch Lederhosen her. |
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| Handschuhmachermeister Leopold Männl, Meister von 1804 an, fertigte als erster
Handschuhe aus weiß gebleichtem Leder. Der französische Schichtelschnitt wurde durch Karl Klenert bekannt, der 1849 in Kaaden Meister wurde. Der Handschuhmachermeister Josef Müller stellte im Jahre 1830 weibliche Kräfte zum Nähen von Handschuhen ein und brachte damit der Handschuherzeugung großen Aufschwung. Die Kaadner Handschuhe wurden in fernen Ländern durch den mutigen Josef Stamm bekannt. Im Auftrag der Meister Josef Müller und Laurenz Kliebhan reiste er nach Wien, Ungarn und in die Balkanstaaten. Hierbei schuf er neue Handelsbeziehungen für den Absatz der Kaadner Handschuhe und fand neue Bezugsquellen von Leder. 1852 machte er sich als Meister selbständig und wurde der größte Handschuherzeuger in Kaaden. |
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Vitrine der Handschuhmacheer im Haus Kaaden in Weißenburg |