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Flahae

(Blov)

nach "Die Dörfer der Herrschaft Winteritz von Dr. Viktor Karell

Nördlich von Meretitz liegt an der Kaadner Straße das Dorf Flahae, von dem zum Jahr 1337 der tschechische Fabelchronist Wenzl Hajek von Libotschan schon eine Gespenstergeschichte berichtet. In Flahae befand sich vor 500 Jahren dort, wo es "am alten Schloß" hieß, ein Rittersitz, in der Urkunde "Blow" genannt. Zum Jahr 1454 wird uns der Ritter Sigismund Thos von Flahae und Gießhübl genannt, der damals einen Rechtsstreit reichen Kaadner bürger Nikolaus Wentlar führte. Im Jahre 1530 finden wir das Dorf im Besitze der königlichen Kammer, von welcher es an Wilhelm Duppauer auf Willomitz samt Weinern und einem großen Teiche pfandweise überlassen wurde. Fünfzehn Jahre später erwarb es Graf Albrecht Schlick und vereinigte es mit Winteritz.
Schon 1593 war hier ein Kaufmann ansässig. Am 6. August 1650 erhielt dieser Kaufmann Johann Bischof in Flahae wegen seiner treuen Dienste von Freiherrn Johann Sebastian von Pötting einen Freiheitsbrief auf sein hiesiges Gut und daß er seine Nahrung mit Kauf und Verkauf von Getreide, Eisen, Hopfen und anderem  Gewerbe darauf treiben könne. Dagegen solle er wie von altersher an Georgi und Galli je 4 Schock 11 Gr. an Erbzins entrichten.

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Auch das Vorkaufsrecht für dieses Gut hatte sich die Herrschaft vorbehalten. Im Jahre 1664 hatte hier die Obrigkeit eine Schäferei, ein Teichl und eine Wiese bei diesem Teichl. Am Dorfplatz stand eine Kapelle, die man aus einem Schüttboden umgebaut hatte. Der Ort zählte 1877 in 20 Häusern 183 Einwohner, im Jahre 1930 in 37 Häusern 240 Einwohner.